wie es mir mit dem Amalgam erging

Ich war 34 Jahre alt und fast arbeitsunfähig. In der Früh musste mich mein Mann aus dem Bett zerren, ich taumelte im Dämmerzustand durch den Tag, musste nach 4 Stunden im Büro nach Hause fahren und mich hinlegen. Am Abend stand ich noch mal für eine Stunde auf, aber irgendwelche Aktivitäten waren unmöglich. Die Augen fielen einfach zu, manchmal begann ich am ganzen Körper zu zittern und mir wurde geradezu schlecht vor Müdigkeit. Ich vertrug Autofahrten nicht mehr, im Zug (für Pendler ein alltägliches Verkehrsmittel) musste ich starr auf den Mittelgang schauen, denn die vorbeiziehende Landschaft brachte mich völlig durcheinander, wenn sie in mein Blickfeld geriet. Den gleichen Effekt gab es, wenn ich in der Station stand und ein Zug einfuhr. Da musste ich die Augen schließen, bis er stand. Es schien nur mehr eine Frage der Zeit, bis ich meinen Job aufgeben musste und mich dann allmählich zum Pflegefall entwickeln würde. 

Der Masseur, den mir der chinesische Mediziner empfohlen hatte, kam aufgrund meines allgemeinen Zustandes und der Reaktionen auf die Massage so allmählich auf die Idee, dass ich eine chronische Vergiftung durch Amalgam haben könnte.  Von all den konsultierten Ärzten hatte bisher keiner jemals solche Gedanken gehabt (oder zumindest nicht ausgesprochen), was mich nicht wundert, da in Österreich Amalgam als ungiftig gilt. Ich selbst hatte auch gerne daran geglaubt, obwohl ich schon mal einige Jahre zuvor in einem deutschen Sender was anderes vernommen hatte. Aber Zahnarztbesuche waren mir so unangenehm, dass ich das lieber schnell wieder vergaß. Nun aber riet mir der Masseur, mit meinem Zahnarzt darüber zu sprechen, und der wusste tatsächlich einen Kollegen, der mit der Elektroakupunktur nach Voll eine Belastung durch Amalgam austesten konnte. Dieser Test zeigte eine schwere Belastung, und nun nahm ich "gerne" die Entfernung des Amalgams in Angriff. Dies dauerte allerdings ein Jahr, denn es ging mir oft so schlecht, dass ich die Zahnarztsitzungen verschieben musste. Da ich von Vorsichtsmaßnahmen beim Herausbohren nichts wusste, und der Zahnarzt wohl auch nicht, wurden keine getroffen. 

Die Krankenkasse würde mir einiges zahlen, wenn ich eine Allergie auf Quecksilber nachweisen könne, so erfuhr ich vom Zahnarzt, und auf sein Anraten unterzog ich mich einem solchen Test. Was dann aber so juckte, war nur das Pflaster, mit dem die Proben 3 Tage lang auf meinen Rücken geklebt waren. Das Allergieambulatorium benutzte Allergien oder Hautreizungen verursachende Pflaster! Ist das Absicht oder sonst was faul an der Sache? Jedenfalls erklärte mir die Ärztin, dass ich keine Allergie auf Quecksilber hätte, und daher riet sie mir von der Entfernung der Amalgamplomben ab. Zwar würden sich manche Patienten danach besser fühlen, aber das sei rein subjektiv und medizinisch nicht nachweisbar. Ich war schockiert über diese Einstellung, die die medizinische Nachweisbarkeit mit den von der Krankenkasse anerkannten Methoden über subjektives Empfinden stellt. Natürlich ließ ich mich dadurch nicht von der Entfernung des Amalgams abhalten.

Bei diesen Sitzungen wurden die Plomben herausgebohrt, gröbere Stücke eingepackt und zur Bioresonanz-Behandlung mitgenommen. Anschließend wurden daraus noch homöopathische Tropfen hergestellt. Erst als endlich alles entfernt und die Homöopathie-Tropfen aufgebraucht waren,  ging es mir allmählich besser. Von Tag zu Tag nahm die Lebensqualität zu, ich merkte wieder, wie schön das Leben sein konnte. Ohne irgendwelche Mühe verlor ich ein paar Kilo, die weiche Substanz unter meiner Haut verschwand. Die Arbeit ging leicht von der Hand, ich konnte wieder im Auto mitfahren, ja sogar selber fahren, Bewegung machte Freude, und im Urlaub fuhren wir nach Südfrankreich. Dort hatte es zwar 35 Grad C am Tag und 30 Grad C in der Nacht, doch das machte mir überhaupt nichts aus. 

Über die Funktionsweise der Amalgam-Vergiftung und der Behandlung habe ich mich nicht informiert, ich war zufrieden damit, dass es mir besser ging, und dem Arzt vertraute ich auch. Ich hatte das Gefühl, nun endlich zu leben, so wie ich vorher noch nie gelebt hatte. Denn der Test hatte auch eine Belastung durch eine "Sorte" Amalgam ergeben, die schon lange nicht mehr üblich war und daher vor meiner Geburt in meinen Körper gelangt sein musste. (Das passt zu der entsprechenden Literatur, nach der eine (werdende) Mutter einen großen Teil ihres "Quecksilbervorrats" über die Plazenta und auch über die Muttermilch an ihre Kinder abgibt, vor allem an das erste.)  Eine gewisse Vergiftung bestand also schon "von Kindesbeinen an", und nun schien ich sie los zu sein. Mit 35 Jahren zu erfahren, was es bedeutet zu leben, das war einerseits wunderbar, andererseits trauerte ich aber auch um all die "verlorenen" Jahre. Und da war noch etwas: ich hatte Angst. Diese bewog mich, Hilfe bei einer Selbsthilfegruppe zu suchen. Allerdings nicht lange. Ich fühlte mich weitgehend unverstanden, konnte mit dem von Psychiatern unterstützten Angebot nichts anfangen, und dann verschwand die Angst in dem Moment, als es mir gesundheitlich schlagartig schlechter ging.

Als die Diagnose "Gallensteine und Entzündung der Gallenblase" gestellt wurde, bewertete ich dies eindeutig als "Altlast" aus vorangegangener Zeit, und nachdem diese durch eine Operation  "behoben" waren und homöopathische Behandlungen die Leber unterstützten, erwartete ich mir die Rückkehr des wunderbaren Lebensgefühls. Doch 6 Jahre vergingen, und es war nur Erinnerung .. ..  Was konnte denn bitte mit mir noch nicht stimmen?! Dann kam der Punkt, wo ich im Internet auf Informationen stieß, die mir deutlich machten, dass das Thema Amalgam keineswegs vom Tisch war. Das Internet war damals noch ein recht neues Medium für mich, das mir einige Jahre zuvor, als ich das erste Mal mit der Diagnose Amalgam-Vergiftung konfrontiert war, nicht zur Verfügung gestanden hatte. 
Bioresonanz
und homöopathische Amalgamtropfen, so konnte ich lesen, führen dazu, dass die Membranen der Zellen durchlässig werden und somit das Quecksilber von den Zellzwischenräumen in die Zellen gelangt. Vorübergehend komme es zu Besserung, aber bald würde das Gift an seinem neuen Ort zu noch schlimmeren Schäden führen, z.B. zu Multipler Sklerose, die nach einigen Jahren auftreten kann, und später auch zu Morbus Alzheimer. Diese Erkrankungen werden dann aber nicht mehr mit dem Quecksilber in Verbindung gebracht. Das Quecksilber, das sich nicht mehr im Bindegewebe befindet, wird bei der Messung mit der Elektro-Akupunktur nicht mehr erfasst, und damit entsteht der falsche Eindruck, dass es ausgeschieden worden sei. So fand der testende Arzt immer nur eine ganze Reihe verschiedener von früher übriggebliebener Krankheits"schwingungen", die mit den entsprechenden Tropfen behandelt wurden, ohne dass irgendwelche fühlbaren Besserungen eintraten, bis ich es schließlich aufgab ihn weiterhin zu konsultieren.

Ich fühlte mich betrogen! Konnte ich denn nicht auch von einer "alternativen" Methode erwarten, dass getestet worden war, ob das Gift den Körper wirklich verlässt? Kam denn niemandem Zweifel, wenn die angeblich gesundeten Patienten nach einigen Jahren wieder krank waren, oft noch schlimmer? War denn niemals jemand auf die Idee gekommen, dass die "gesunden" Schwingungen, die das Bioresonanz-Gerät von sich gibt, den Körper nicht gesunden lässt sondern ihm Gesundheit nur vorgaukelt? Wie kann man sich derart auf eine Messmethode verlassen? Das Gift war nun dort, wo es nicht messbar war, und der Arzt hatte so wie alle anderen, die von Bioresonanz und Homöopathie überzeugt waren, einfach daran geglaubt, dass es ausgeschieden worden war. Und ich auch. Bis zu diesem Zeitpunkt.

Nun wollte ich alles über Amalgam wissen. Wie wirkt es und wie wird man es los? Die Informationen im Internet sind sehr umfassend und seit meiner Suche sicher noch umfangreicher geworden. Man findet Für und Wider, Polemik und Information, letztere über das "Funktionieren" des Gifts, die Auswirkungen und die Entgiftung. Von den Symptomen trafen folgende sicher auf mich zu:  Gedächtnisstörungen - oft schon in jungen Jahren -, Gelenksprobleme, Candida-Infektionen, Störungen des Hormonsystems, des Immunsystems und generell des Nervensystems, bis hin zu Depression. Vielleicht spielte es auch bei der Muskelschwäche mit und bei einigen anderen Problemen?

Candida ist ein besonderes Thema. Ich fühlte mich mal mehr tot als lebendig, als ich eine Diät gegen Candida machte. Die  Ärztin, die die Diagnose gestellt hatte, die Diät verordnete und den weiteren Verlauf kontrollierte (denn Behandlung konnte man es nicht gerade nennen), meinte, das käme durch die abgestorbenen Pilze, und sie hatte in gewisser Weise recht, auch wenn sie vermutlich gar nicht um die ganze Problematik wusste. Laut Amalgam-Literatur nehmen die Candida-Pilze Quecksilber auf, tötet man die Pilze, wird das Quecksilber wieder frei. Tatsächlich brachte mir die Befreiung von Candida erst mal wochenlang schlimme Beschwerden - die erste Woche musste ich sogar im Bett verbringen - und anschließend keine Besserung. 

Gerade bevor ich auf die erwähnte Information im Internet stieß, hatte ich ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten gehabt und mir eine Psychotherapie  vorgenommen - das ließ ich jetzt natürlich bleiben. Was sollte ich mit diesem Quatsch - von wegen Psychosomatik! Eine handfeste Vergiftung lässt sich nicht wegreden, das einzig Sinnvolle war für mich nun, nach einer medizinischen Lösung zu suchen und das Gift aus meinem Körper rauszubekommen! Dummerweise stand eine lange geplante, gebuchte und bereits bezahlte Urlaubsreise "vor der Türe". Gerne wäre ich daheimgeblieben und hätte mich um meine Entgiftung gekümmert, aber andererseits "konnte" ich die Reise für meinen Mann und mich auch nicht verfallen lassen.

Meine intensive Suche nach jemanden, der mich testen konnte, erbrachte mir einen Termin knapp vor der Abreise. Die Frau wirkte kränklich und war mir unsympathisch. Sie testete mit der kinesiologischen Methode der Armlängendifferenz, schnell und mit wenig Information, was sie da tue. Meine Belastung durch Amalgam wurde durch sie bestätigt, aber sie behauptete auch, eine Gluten-Allergie bei mir festgestellt zu haben. Statt von Weizen, Roggen und Co. sollte ich mich von Reis, Buchweizen und Soja ernähren. Diese Aussage fand ich sehr verdächtig, denn Reiscracker und Reisnudeln führen bei mir zu seltsamen Zuständen wie z.B. "Ameisen im Bauch", und mit Soja und Buchweizen geht es mir nicht viel besser. Auch dass diese Frau das Wort Gluten falsch betonte, wies für mich nicht gerade auf Sachverstand hin, wo hat sie dies bloß so gehört ?! Wegen dem Amalgam empfahl sie mir ein bestimmtes Chlorella-Produkt, 3 mal täglich 5 Tabletten, und in weiterer Folge noch andere Produkte, die etwas schwieriger zu besorgen waren, was ich vorerst bleiben ließ (und später auch). Dann sollte ich mir noch nach meiner Rückkehr Termine zur Eigenbluttherapie bei der Ärztin ausmachen, mit der sie zusammen arbeitete. Das war überhaupt der Hammer bei der Sache: Die Frau hatte selbst gar keine medizinische Ausbildung und "verordnete" mir einfach so die diversen frei käuflichen Präparate!

Mir war dies sehr suspekt, und so beschloss ich, nur den Versuch mit den Algen zu wagen, die waren auch im Internet als geeignet beschrieben, und sie waren ohne Lieferzeit zu bekommen - wir standen ja knapp vor der Urlaubsreise. Ich kaufte eine große Dose und quetschte sie in mein Urlaubsgepäck. Am Morgen des Starts in den Urlaub nahm ich die erste Dosis - und die einzige! Denn als wir auf der Autobahn unterwegs waren, begannen meine Nieren wie verrückt zu arbeiten. Wir mussten bei jeder Raststätte halten, und ich hatte es immer sehr dringend aufs Klo zu kommen. Und dann musste ich auch Wassernachschub besorgen, denn ich soff literweise, um den Flüssigkeitshaushalt einigermaßen im Lot zu halten. Gegen Mittag hörte das zum Glück auf, aber nun fiel ich in einen äußerst unangenehmen Dämmerzustand, der den Rest des Tages anhielt. Auch am nächsten Tag ging es mir nicht gut, dann normalisierte sich mein Zustand wieder auf das, was ich gewohnt war. Im Urlaub war ich unglücklich und in Gedanken mehr beim Amalgam als bei den Sehenswürdigkeiten.

Kaum zurück, stürzte ich mich in die Suche nach mehr Information und einem geeigneten Arzt. Die Ärztin mit der Eigenbluttherapie schien mir nicht vertrauenswürdig. Eigenes Blut gegen eine schwere Vergiftung??? Und die Zusammenarbeit mit dieser fragwürdigen Testerin war für mich auch nicht gerade ein Pluspunkt. Ich spielte mit dem Gedanken, mir eine drastische Entgiftung mit Hilfe von "Chemie" anzutun. Von Befürwortern der Entgiftung mittels DMPS erhielt ich die Adresse von Dr. Max Daunderer in München, der geradezu eine Art Oberguru dieser Menschen zu sein schien. Als ich versuchte mit ihm Kontakt aufzunehmen, musste ich erfahren er sei in Rente gegangen. Von einer Mitarbeiterin der Firma, die seine Praxis und Telefonnummer übernommen hatte, wurde mir ein Rückruf eines Arztes versprochen, doch es erfolgte keiner. Mittlerweile wurde ich auch unsicher. DMPS könne Allergien, Nierenversagen und anderes auslösen, so war da und dort zu lesen.  Die Gefahr sei übertrieben, las ich von Befürwortern, und meist erfolgen Reaktionen nicht auf das Mittel sondern auf das mobilisierte Quecksilber. Eine seltsame Argumentation! Wenn man nach Gabe eines Mittels Schäden davon trägt oder gar daran stirbt, ist es doch egal ob an dem Mittel oder an dem, was es bewirkt hat. Selbst wenn schwere Nebenwirkungen selten sind, was habe ich davon, wenn sie gerade bei mir auftreten? Ich fand, dass bei mir schon zu viel falsch gelaufen war um weitere Risiken einzugehen. Überhaupt habe ich eine Abneigung gegen Substanzen, die injiziert werden. Da gibt es kein Probieren mit einer geringen Menge, keine Möglichkeit für eigene Entscheidung über Dosierung und Fortführung oder Abbruch. Nur volle Dosis, und wenn der Stoff im Körper drinnen ist, dann gibt es kein Zurück mehr. Die Reaktion meiner Nieren nach Einnahme von "harmlosen" Algen war mir Warnung genug. Im übrigen ist München weit weg, und einen vertrauenswürdigen Arzt, der Erfahrung mit DMPS hat, konnte ich in meiner näheren Umgebung nicht ausfindig machen.   

Dann fand ich einen Arzt in Österreich, der die Methode von Dr. Dietrich Klinghardt mit Chlorella und Koriander als Grundlage genommen und weiterentwickelt hat. Er hatte einen Fachartikel geschrieben und schien mir wirklich was zu verstehen von der Sache. Ich nahm mehrere Stunden Anfahrtszeit in Kauf um ihn zu konsultieren. Er machte auch im persönlichen Kontakt einen guten Eindruck, war verständnisvoll und informationsfreudig, und er stellte mittels Ohrakupunktur eine starke Amalgam-Belastung fest. Die Tests fanden unter Pulskontrolle statt, d.h. sobald sich der Puls verändert, hat der Körper offensichtlich auf etwas reagiert, woraus sich entsprechende Schlüsse ziehen lassen.  So erhielt ich außer der Diagnose ein paar Dauernadeln im Ohr (nicht gerade angenehm) und eine Therapieempfehlung mit Mitteln, die bei der Austestung positive Wirkung versprachen. Es waren dies BioReu-Rella und Bärlauch-Tropfen, des weiteren DMSA und Koriandertropfen. DMSA gab er mir gleich mit, das andere konnte ich mir in der Apotheke besorgen.

Der vorgesehene Zeitplan war mir schon von Beginn an suspekt. In nur 4 Wochen sollte ich - wie andere Patienten des Arztes auch - die Vergiftung los sein, wobei in der 2. und 3. Woche Koriander in der Dosis 2 x 30 Tropfen vorgesehen war. Von Berichten im Internet wusste ich, dass Ausleitungen bis zu 4 Jahre dauern können und Koriander nicht zu früh gegeben werden darf, sondern erst, wenn möglichst viel Quecksilber aus dem Gewebe ausgeschieden ist. Und davon konnte nach einer Woche ganz bestimmt nicht die Rede sein. Besonders in der Früh kämpfte ich mit Schwächezuständen und anderen heftigen Symptomen, vor allem Übelkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. Auch die Nieren reagierten wieder sehr heftig. Eine Weile kämpfte ich mich so durch die Tage, soff am Vormittag unheimliche Mengen Wasser in mich hinein, und am Nachmittag ging es mir dann etwas besser, sodass ich ins Büro fahren konnte. Mehrmals rief ich den Arzt mit der Bitte um Auskunft an, was zu tun sei. Immer erhielt ich nur den Rat so weiterzumachen und viel zu trinken, schließlich drängte er mich nach einigen Wochen dazu, mit DMSA und Koriander anzufangen. Das führte sogleich zu drastischen Verschlechterungen. Heftige Kopf- und Nervenschmerzen waren die Reaktion auf DMSA. Und beim Koriander wurden allgemeines Krankheitsgefühl, Schwäche, Leberprobleme u.s.w. deutlich heftiger, und zwar schon in einer Dosis von 5 Tropfen täglich. Um das Chaos perfekt zu machen, reagierte inzwischen mein Magen "sauer" auf den Bärlauch. Vollkommen geschafft brach ich den Entgiftungsversuch ab.

Ein Bericht im Amalgam-Forum brachte zu diesem Zeitpunkt einen Hinweis auf einen möglichen Grund für meinen Misserfolg. Eine angeborene Stoffwechselkrankheit mit der Abkürzung HPU bewirkt, dass Enzyme im Körper fehlen, die dieser u.a. für die Entgiftung in der Leber braucht. Außerdem führt sie zu Sauerstoffmangel, weil die roten Blutkörperchen nicht "richtig" sind und nicht die "übliche" Menge Sauerstoff transportieren können. Räume mit wenig Sauerstoff machen mir schon lange Probleme. Ein Labor in Holland bot einen Test an und sandte ein gut verpacktes und mit der entsprechenden Chemie bestücktes Röhrchen für eine Harnprobe. Fast wäre der Test nicht zustande gekommen, weil die österreichische Post, die das Päckchen anstandslos entgegengenommen hatte, dieses dann doch nicht weiterschicken wollte und es über das Wochenende liegen ließ. Dann gelang es mir doch zu bewirken, dass die Probe gerade noch rechtzeitig im Labor ankam. Das ganze hatte mich sehr viel Energie und Nerven gekostet, und dann war das Ergebnis nicht eindeutig. Eine gewisse Menge Pyrrole scheide ich aus, aber nicht so viele, dass ich ganz klar ein HPU-Fall wäre. Und die Einnahme des entsprechenden Präparates brachte keinerlei Besserung.

Aus Verzweiflung (es war jetzt Ende 2002) begann ich doch mit der Psychotherapie - vielleicht konnte sie mir wenigstens helfen, mit der gegebenen Situation zurecht zu kommen. Tat sie nicht, aber das ist eine andere Geschichte .. .. 
Gleichzeitig fand ich zu einer Orthomolekularmedizinerin. Ich hatte in einer medizinischen Zeitschrift über einen Gentest gelesen und dabei ihre Adresse gefunden. Diesen Test machten wir auch, mit dem Ergebnis: Ein wichtiges Enzym, das zur Schwermetall-Entgiftung notwendig ist, fehlt mir völlig. Das erklärte endlich meine besondere Belastung durch das Amalgam. Was andere ausscheiden konnten, blieb bei mir drinnen. Zudem machte diese Ärztin den kinesiologischen Muskeltest mit mir, der meinen Verdacht bestätigte, dass es bei dem weiter oben erwähnten Test nicht so ganz richtig zugegangen war. Von wegen Gluten-Allergie! Zwar ist Weizen, in dem viel Gluten drinnen ist, nicht gut für mich, aber Roggen und Dinkel sind kein Problem. Hauptsächliche Belastungsquelle aber ist Kuhmilch, die war von der vorherigen Testerin überhaupt nicht angesprochen worden, und es wurde auch  Reis und Buchweizen als störend ausgetestet! Das passte zu meinen eigenen Beobachtungen, somit erschien mir auch alles andere glaubwürdig. Ich war etwas enttäuscht darüber, dass lange Zeit kein Bedarf an Amalgam-Entgiftungsmitteln zu ermitteln war.

Eines Tages kam bei einer Testung aber doch ein Bedarf an Chlorella-Algen heraus. Diesmal wurden mir 7 Stück verordnet, mit der Erklärung, wenn ich trotzdem Beschwerden hätte, sollte ich noch mal 7 nehmen, und wenn das auch nicht reicht, noch mal 7, bis es keine Beschwerden mehr gäbe. So habe ich es gemacht. Es wurden 21 Tabletten bei der ersten Einnahme, und ab da passte es mit 7. Der Grund: Die Chlorella-Alge hat eine bemerkenswerte Eigenschaft. Sie hat eine Komponente, die ins Blut aufgenommen wird und die Schwermetalle im Gewebe mobilisiert, welche dann im Blut zum Darm transportiert werden, und eine andere, die Zellmembran, die im Darm verbleibt und die Schwermetalle, die in den Darm gelangen, dort bindet. Wenn man zu wenig davon schluckt, wird mehr Quecksilber mobilisiert als im Darm gebunden werden kann! Es kommt zur Rückvergiftung, weil das Quecksilber wieder ins Blut aufgenommen wird. Seltsamerweise wird bei Einnahme einer größeren Menge nicht mehr Quecksilber mobilisiert sondern nur mehr gebunden. Das hätte mir schon früher bewusst sein können, hätte ich mir gemerkt, was ich in all den Informationen über Amalgam und Entgiftung gelesen hatte. Tja, so kommt es, wenn man die Verantwortung dem "behandelnden Arzt" überlässt - und dieser großartige Spezialist das nicht weiß! 

Die Algen sollen leider nur die Fähigkeit haben  das Quecksilber zur Ausscheidung zu bringen, das im Bindegewebe ist, aber nicht jenes, das sich innerhalb von (Nerven-)Zellen befindet. So muss erst Quecksilber wieder ins Bindegewebe übertreten (durch Absterben von Zellen?), damit  Bedarf an Chlorella ausgetestet werden kann (außer natürlich, man nimmt wieder Quecksilber in irgendeiner Form zu sich).  Dazu kam es nach längerer Zeit noch einmal, die Symptome, die zur Austestung geführt hatten, besserten sich aber durch Entgiftung mit Chlorella und Kapseln mit Extrakten von Brennnessel und Grünem Tee nur wenig. Es erscheint logisch, dass das Quecksilber nun in erster Linie aus den Zellen heraus wirkt, von wo es nur mit Koreander "herausgelockt" werden kann - die Versuche damit ließ ich jedoch schleunigst wieder bleiben, als heftige Schmerzen im Gesicht auftraten. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, mich da "durchzubeißen"? In den letzten Jahren habe ich immer mehr den Eindruck gewonnen, dass meine sogenannten Selbstheilungskräfte immer schlechter "funktionieren", und das muss ja einen Grund haben!

 

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