Selbstbeeinflussung (?) und 
"übersinnliche" Fähigkeiten 

Als ich Autogenes Training lernen wollte, um mich regenerieren zu können, rief die Autosuggestion, dass mein Arm immer schwerer und warm werden würde, Unbehagen und Zorn hervor (was ich mir nicht erklären konnte), aber ich überwand das und übte brav. Doch es klappte nicht, schließlich trat sogar das Gegenteil ein. Am letzten Kursabend war der Lehrer selbst verblüfft und ratlos, als er sich davon überzeugen konnte, dass meine Hände und Füße eiskalt waren.

Mit "Positivem Denken" und ähnlichem ging es mir nicht viel besser, auch wenn keinerlei innerer Widerstand dabei bemerkbar war. Manchmal freute ich mich sogar über anfänglichen Erfolg, doch bald schlug dieser in Misserfolg um. Ich kam sogar mal auf die Idee, dass ich mir was suggerieren könnte, was ich nicht wollte, um damit vielleicht zu erreichen, was ich wollte. Das klappte aber auch nicht. Wenn ich mir was Unerwünschtes suggerierte, trat auch das Unerwünschte ein. Es kam mir vor, als gäbe es da eine Art Geheimpolizei, die aufspürte, was mir gut tun könnte, um sofort Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Wenn mir was schadete, mein Befinden verschlechterte, war es aber "in Ordnung". Was ich da alles probierte, erinnere ich mich gar nicht mehr, nur an das Ergebnis "es geht nicht", und ich mag mich mit so was einfach nicht mehr befassen. Affirmationen, Zetteln damit am Kühlschrank oder ähnliches .. .. nicht für mich!

Immer wieder kommt mir ein Traum, der mich in der Kindheit oft verfolgte, in den Sinn. In diesem Traum komme ich ins Badezimmer und sehe Wasser aus dem Wasserhahn ins Waschbecken laufen. Das Waschbecken ist schon fast voll und droht bald überzulaufen. Ich laufe also schnell hin und versuche das Wasser abzudrehen. Doch egal in welche Richtung ich drehe, der Wasserstrahl wird immer kräftiger. Ich bin dann jedesmal voll Angst erwacht, habe im Traum niemals das Überlaufen des Wassers erlebt - aber darum ging es wohl nicht, sondern um die Tatsache, dass es schlimmer wird, egal was ich versuche. Wie wenn ich schon in der Kindheit diese Botschaft erhalten hätte, dass mein Leben so wird .. .. 

Laut gewissen fernöstlichen Philosophien kann Absicht den Erfolg unmöglich machen, während "absichtliche Absichtslosigkeit" hilft das Ziel zu erreichen. Ich bin also nicht alleine mit meinem Misserfolg, wie kann aber sein, dass bei so vielen Menschen Autosuggestionen funktionieren? Und ich habe ja nicht nur keinen Erfolg, sondern es tritt oft genug das Gegenteil ein .. .. 

Im Jahr 2003 wurde dies Thema in der Psychotherapie. Ich kramte - nach einer "missglückten" Trance-Geschichte zwecks Finden meines Traumberufs - die Botschaft hervor, dass Selbstbeeinflussung zur Verbesserung meiner Gesundheit bzw. meines Wohlbefindens verboten sei. Der Therapeut glaubte eine Lösung parat zu haben. Jetzt brauchte ich, nachdem dies erkannt war, mir also nur mehr erlauben, Erfolg mit Therapien zu haben. Im weiteren Verlauf der Therapie geriet dieses Thema in Vergessenheit, aber nicht nur dieses, und die Therapie wurde überhaupt ein Fiasko. 

Meine Eltern lebten ihr eigenes Ideal, ein armer, machtloser Mensch zu sein, der tapfer sein Leid erträgt, der Wahrheit ins Auge blickt und dabei hart daran arbeitet, das Schicksal doch noch ein wenig zu verbessern. Aber bitte nur auf der "realen" Ebene, bloß nichts, womit man sich was einbildet.  Dies wurde mir intensiv vermittelt, natürlich nur zu meinem Besten! 
Geradezu triefend vor Verachtung äußerte sich im Verlauf meiner Kindheit mein Vater immer wieder über Menschen, die an die Fähigkeiten eines Uri Geller bzw. an die Macht von Schamanen, Heilern, etc.  glauben.  Wie kann man nur so dumm sein, zu glauben, dass man sterben müsse, wenn ein Geisterbeschwörer eine entsprechende Botschaft aussprach, oder dass man gesund werden würde durch das Hokuspokus, das ein (angeblicher!) Heiler vollführt. Doppelt dumm, wenn man dadurch tatsächlich starb oder gesund wurde! Überhaupt, wenn man an irgendetwas glaubt, das nur wirkt, wenn man dran glaubt. Dieser Selbstbetrug wird dazu führen, dass es eines Tages ein böses Erwachen gibt. Davor musste ich geschützt werden, das hörte ich oft genug, samt Geschichten von Leuten, denen irgendein ominöser Geistheiler das letzte Geld aus der Tasche zog, natürlich ohne dass sie gesundeten.

Nicht mal eine positive Beeinflussung durch (ganz normale) Selbstheilungskräfte war akzeptiert. Immunsystem, Wundheilung etc. war für meine Eltern (gleichbedeutend mit: für meinen Vater, der ja für beide dachte und bestimmte) "mechanisch", die Wirkung von natürlichen Teilchen, die man halt so in sich hat, funktioniert bei manchen besser, bei manchen schlechter, aber beeinflussbar ...? Ja, natürlich legt man sich mit einer schweren Erkrankung am besten ins Bett und wartet bis sie vorbei ist (weil der Kreislauf in die Knie geht und man bekannterweise zusätzlichen Schaden nehmen könnte), und man lässt sich auch impfen, achtet darauf sich nicht zu verkühlen etc., aber dass die Art, wie man lebt, oder gar Gedanken eine Wirkung auf all das haben - also nein, wie kann man so was nur glauben?!

Aber was geschah, als ich lernte, "eingebildete" positive Wirkungen zu verhindern? 
Zitat von Bruce H. Lipton, entnommen aus "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" von Olaf Jacobsen: "Wenn der Geist durch positive Suggestion zur Heilung beiträgt, nennt man das den Placebo-Effekt. Wenn im Umkehrschluss der Geist durch negative Suggestionen die Gesundheit schädigt, nennt man das den Nocebo-Effekt. In der Medizin kann der Nocebo-Effekt genauso mächtig sein wie der Placebo-Effekt." 
"In der Medizin" ist eine seltsame Formulierung - der Effekt wirkt natürlich im Menschen! Aber mächtig tatsächlich. 

Trotz dieser Verdammung - oder gerade deswegen? - habe ich "immer" an diverse mentale Fähigkeiten geglaubt und andere dafür beneidet. Ich habe einiges über Menschen mit solchen Fähigkeiten gelesen und war fasziniert davon, ich lernte sogar welche kennen, die z.B. Energien oder Aura sehen bzw. spüren können. Aber immer "wusste" ich auch, dass ich zu solchem keinen Zutritt hatte, es war reserviert für die anderen - die so "dumm" waren, daran zu glauben. 

Nun stammen all diese Erinnerungen aus der Zeit, als ich Worte verstehen konnte und an die ich mich erinnere. Was mag davor gewesen sein, in der Zeit als ich mit anderen Sinnen wahrnahm, was für meine Eltern akzeptabel war und was nicht? Eine Zeit, die wohl noch prägender war .. .. .. 

Es gab trotzdem ein paar Erlebnisse, die mir zeigten, dass irgendwo, versteckt, ein Zugang noch da war. Allerdings immer nur unerwartet und einmalig. Sobald ich ihn bewusst finden wollte, ging es nicht. Siehe "Geheimpolizei" .. .. 

So spürte ich mal eine starke Energie beim Taiji durch meinen Körper fließen. Ich dachte, es "geschafft" zu haben, aber es blieb bei dem einen Mal.

Als ich einen Atemkurs besuchte, passierte es in der ersten Stunde, dass auf einmal Tränen zu laufen begannen (ganz ohne "zugehöriges" Gefühl). Die Kursleiterin wies mich an, mich in einer Ecke auf den Boden zu legen und zu warten, bis das aufhört. Ich nahm die Brille ab und legte sie zur Seite. Als ich sie später wieder aufsetzen wollte, war sie verbogen. Leider kann ich nicht ganz ausschließen, dass dies jemand anderer gemacht hat, da ich mir in dieser Situation meines Gedächtnisses nicht ganz sicher bin. Es ist aber unwahrscheinlich, denn die anderen haben ja in der Mitte des Raums mit dem Kurs weitergemacht. Der Optiker war sehr verwundert, als er den Bügel wieder geradebog, über einer Flamme natürlich. Er meinte, dass dieser  bei so einer Belastung ohne Erwärmung hätte brechen müssen. (Der Atemkurs wurde mir im weiteren Verlauf unangenehm und war absolut erfolglos, und ich habe ihn schließlich abgebrochen.)

Dann ist da noch der "Tarantula-Fall". Durch meine 11 Jahre dauernde ehrenamtliche Redaktionstätigkeit bei einem vivaristischen Verband habe ich ein bisschen Ahnung von Vogelspinnen. Als ich mal im  Aquarien/Terrarienhaus des Tiergartens Schönbrunn stand und ein neues Terrarium mit einer Vogelspinne entdeckte, fiel mir sofort der lateinische Name Brachypelma ein, und ich wollte um das Terrarium herumgehen um auf der anderen Seite auf dem Namensschild nachzusehen, ob ich recht hatte und welche Art es genau sei. Da hatte ich auf einmal, klar und deutlich, das Wort "Tarantula" in meinem Kopf. Ich wunderte und ärgerte mich. So ein Quatsch, wo konnte denn der Gedanke bloß herkommen! Im nächsten Moment sprach ein Mann - Italiener oder Spanier? - dieses Wort neben mir aus. 

Erst Jahre später, im Jänner 2013, hatte ich noch ein seltsames Erlebnis: Ich war wartend auf und ab gegangen, was mich vielleicht in einen tranceähnlichen Zustand versetzt hatte, ich sah wie selbstverständlich auf die Uhr im Wartezimmer, aha, noch fünf Minuten bis 12 Uhr, wahrscheinlich würde ich auch nicht pünktlich drankommen, ich kann ja mittlerweile das WC aufsuchen .. .. etwas später wollte ich wieder einen Blick auf die Uhr werfen, aber es war keine da. Es war noch nie eine da gewesen. Ein seltsames Gefühl beschlich mich, als ich alle Wände absuchte, und ich hatte den Eindruck dieses Gefühl zu kennen  - war das vielleicht in meiner Kindheit öfters mal vorgekommen?

In der Zeit davor, Ende 2012, schien sich der Würgegriff des "Schutzes" verringert zu haben. Ich hatte den Eindruck, dass sich meine Seele verziehen hätte, dieses Leben nicht gewollt zu haben, der Ahnung von Liebe zu mir selbst, meinem Körper, meiner Seele - Worte und innere Bilder tauchten auf, die früher unmöglich waren bzw. heftige Abneigung hervorgerufen hätten.  Auch während dieser wunderbaren Zeit war deutlich, was passte und was nicht, (d.h. nicht jede Idee ließ sich visualisieren), und am besten empfand ich jene Visionen, deren Inhalt/Handlung eindeutig nicht von meinem Verstand kreiert wurden. An manchen Tagen begann ich daran zu glauben, dass ich nun die Fähigkeit erlangen würde, körperliche Heilung zu bewirken, die sich vielleicht nicht sofort, aber doch allmählich zeigen würde. Und vielleicht noch mehr? 
Dann war es vorbei wie ein für eine Weile geöffnetes Fenster, das wieder geschlossen wurde. 

2013, als sozusagen gar nichts mehr ging, folgte ich dem Vorschlag zu einer Traumatherapie (die sich später eher zu einer Retraumatisierung entwickelte statt zur Auflösung), und ganz schnell kam mir da wieder das Thema Löffelverbiegen in den Sinn. Ein dringender Wunsch meines Inneren Kindes .. .. .. 
Rückblick: Als mich 2006 nach dem Kontakt mit jemandem, bei dem ich einen extrem - und jeden Tag anders - verbogenen Löffel herumliegen gesehen hatte, dies besonders intensiv beschäftigte, hatte ich eines nachts einen Traum. In dem sah ich mich als kleines Kind im Wohnzimmer meiner Großmutter mütterlicherseits, sie und auch meine Eltern waren anwesend, beachteten mich aber - in ein Gespräch vertieft -  nicht. Ich hatte einen Schöpflöffel in der Hand, und den verbog ich einfach mal so, dann aber schnell wieder zurück, damit keiner was merkt. Meine Idee, mit dem Finger Löcher in den Schöpfer zu bohren, verwarf ich, weil ich Angst hatte, ich könnte diese Löcher nachher nicht mehr schließen. Ich habe lange gebraucht um die wichtigste Botschaft dieses Traums zu registrieren: Angst. Niemand durfte etwas merken! 

Schutz vor dem "bösen Erwachen" - von wegen! Wer einfach nur nicht an gewisse Fähigkeiten und Ereignisse glaubt, würde sich nie derart ereifern. Die besten Prediger seien jene Pfarrer, die sich selbst überzeugen müssen, hatte mein Vater selbst mal gesagt. Ich habe stark den Verdacht, dass er sich selbst einreden musste, dass Erinnerungen an frühere Fähigkeiten nur ein Traum gewesen sei, den er leugnen musste. Von anderen schlecht zu reden, mit dem Finger (oder eher der Zunge) auf ihre (scheinbaren) Fehler zu zeigen, das kam dazu. 
Ich bin mir mittlerweile sicher: Ich war kein "normales" Kind, das "nur" unter der Lieblosigkeit, dem Leistungsdruck und der Kontrolle über Körperhaltung und alles mögliche andere auch genug zu leiden hatte, es gab noch diesen "Zusatzfaktor". Eine Fähigkeit, die Zorn oder Angst bei den Eltern (oder zumindest dem Vater) entfachte, gefährlich für mich war, was ich gut spüren konnte, weswegen diese Fähigkeit "verschwinden" musste. Und die Erinnerung gleich dazu - aber das klappte nicht ganz. 

Dies ist der Stand vom Juni 2013, und ich lasse das bisherige so stehen.

Was ich im Grunde schon gemerkt hatte - die "Geheimpolizei" - das fand eine Erklärung durch das Wissen von Inneren Personen. Allmählich konnte ich genaueres erkennen. Die mir damals unerklärliche Wut beim Autogenen Training kam von einer solchen. Sich Wärme und Entspannung einreden  - kommt nicht in Frage! Auch die Aussage meines Vaters vom bösen Erwachen erhielt allmählich ein anderes Verständnis. Ob er es nun genau so gesagt hat oder ein wenig anders - es kam bei mir so an, und wie auch immer er es gemeint haben mag, er stimmt für mich so: wenn ich mich durch irgendetwas besser fühle, ohne dass das zugrunde liegende Trauma aufgelöst wird  - dann bleibt das Trauma bestehen, und irgendwann bricht dieses Kartenhaus zusammen. Dummerweise hat mein Vater dafür gesorgt, dass auch Traumaauflösung nicht funktionierte. Methoden, die dafür geeignet hätten sein können, wurden unter "Einbildung" eingestuft und blockiert. Vielleicht waren sie für mein Trauma aber auch tatsächlich nicht geeignet, ich brauchte jemanden mit mehr Fähigkeiten sie zu erkennen und mehr "Power". Und dann konnte ich die Fäden entwirren .. .. mehr unter "innere Personen" und "Angst vor Gesundheit".

Stand Dezember 2014 

 

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