SOD-2-Polymorphismus und Nitrostress

Ich vermute mal so ins Blaue hinein, dass die meisten von Nitrostress Betroffenen mit erhöhtem NO und Vitamin B12-Mangel zu "kämpfen" haben. Jedenfalls sind das die Hauptkapitel in einer Informationbroschüre, und auch in anderen Publikationen lese ich von Menschen mit solchen Werten und wunderbaren "Heilungen", d.h. unter Einhaltung der empfohlenen Ernährung und Einnahme der Nahrungsmittelergänzungen können sie z.B. den Rollstuhl verlassen, haben keine epileptischen Anfälle mehr, besteigen Berge statt einer Herztransplantation entgegenzusiechen u.s.w.

Der im August 2011 gemachte Test (wofür Morgenurin möglichst bald abzuliefern war) wies bei mir jedoch nur viel Nitro-Phenyl-Essigsäure nach, die auf viel Peroxynitrit hinweist, die beiden anderen Werte waren niedrig, also habe ich weder zu viel NO noch zu wenig Vitamin B12. Die Ärztin, die sich als Fachfrau dazu präsentierte, ging darauf nicht näher ein. Es gäbe die unterschiedlichsten Ergebnisse, doch allen Betroffenen könne sie helfen, ganz munter hatte sie von "schnell in den Griff kriegen" gesprochen. Leider macht sie keine kinesiologischen Tests, in unserem Gespräch fragte sie sogar bei meiner Erklärung zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ob die "nur kinesiologisch" oder auch sonst wie nachgewiesen worden seien - offenbar hält sie auch nicht viel davon. Schade - damit hätte ich mir ein unangenehmes Experiment ersparen können, denn die Präparate, die ich bekam (auf dem Befund ausgedruckt und auch von der Ärztin empfohlen), bewirkten ganz rasch heftige Kopfschmerzen und einen harten, aufgeblasenen Bauch. Erst danach machte ich bei der Ärztin meines Vertrauens den kinesiologischen Test nach, der die Unverträglichkeit bestätigte.

(Genau die gleichen Präparate in genau der gleichen Dosierung wurden übrigens auch auf dem Befund meines Mannes empfohlen, obwohl der völlig andere Untersuchungsergebnisse auswies. Hier wird offenbar nach dem Gießkannenprinzip vom Labor aus verordnet. Es gibt ja auch von der angegebenen Firma nur diese beiden Mischungen, was Individuelleres herzustellen rentiert sich vielleicht nicht. Kennt man nur seinen eigenen Befund, entsteht aber leicht der Eindruck, hier würde aufgrund des Laborergebnisses professionell das passende Präparat empfohlen.)

Der erste Befund ließ die Ärztin einen zweiten vorschlagen, ich dachte es ging darum einen (oder auch mehrere) für die Auswahl weiterer geeigneter Maßnahmen relevanten Blutwert zu ermitteln, willigte ein und ließ mir etwas Blut abnehmen. Doch es wurden lediglich drei ATP-Werte ermittelt, die lagen weit unter dem unteren Ende des Referenzbereichs, der Wert für die Regenerationsfähigkeit war überhaupt katastrophal. Damit habe ich nun schwarz auf weiß, dass mein Gefühl, permanent die letzten Energiereserven aufzubrauchen, den körperlichen Tatsachen entsprach, und dass es sehr lange dauerte, bis nach einer Belastung wieder einigermaßen Energie nachgeliefert werden konnte. Leider hat dieser Test bzw. sein Ergebnis gar keinen praktischen Nutzen, außer man wiederholt ihn nach einer gewissen Zeit und sieht darin Erfolg oder Misserfolg der "Behandlung". Ein recht teurer Spaß, kostet der Test doch 80 Euro, und die Ärztin bekommt natürlich auch ein Honorar.

Anscheinend hatte die Ärztin den Gedanken, dass ich aufgrund dieses Ergebnisses Infusionen zustimmen würde, natürlich auch nicht gerade billig. Aber nachdem sie sich schon bei der Blutabnahme ungeschickt angestellt hatte, wollte ich mich bestimmt nicht noch mal von ihr stechen lassen, und dann waren es genau die Substanzen, hochdosiert, von denen zumindest eine beim Einnehmen unangenehme Folgen verursacht hatte - nur welche? Ohne kinesiologischen Test oder detaillierten Laborbefund empfinde ich das als Russisches Roulette bei Verwendung aller "Kugeln" - nein danke! An die Unverträglichkeit wollte sie jedoch nicht glauben, es sei sicher nur eine sogenannte Erstverschlimmerung gewesen, und ich sollte doch wenigstens noch mal probieren sie einzunehmen.

Außerdem soll eine Ernährungsumstellung helfen, die empfahl sie mir schon beim ersten Termin: 
Mehr Fett und Eiweiß, weniger Kohlenhydrate, vor allem keine schnell verfügbaren. Viele Menschen hätten damit Erfolg, doch ich reagierte auf viel Eiweiß mit Übelkeit, und mit viel Fett ging es mir auch nicht gut. Kohlenhydrate sind leider das einzige, das mir Energie liefert, egal ob sie nun gleichzeitig schädlich für die Mitochondrien sind.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sollen - in meinem Fall, wie ich herausfand - vermieden werden, da diese zu was Schädlichem oxidieren sollen, das empfohlene Butterfett kann ich nur in Form von Ghee zu mir nehmen, was aber nicht so wirklich schmackhaft ist.  Schon Butter enthält zu viele unverträgliche Stoffe, von anderen Milchprodukten ganz zu schweigen. 
Und außerdem -  nur alle 5 Stunden essen! Denn
über Nahrungsaufnahme alle 2 - 3 Stunden war die Ärztin ganz entsetzt. Nein, das dürfe man auf keinen Fall, der Körper würde die reinste Mülldeponie, weil nichts fertig verdaut würde ehe was Neues dazu komme. Und überhaupt würde erst nach 3 Stunden das Insulin so weit abgesunken sein, dass es zu Fettverbrennung komme. Damit hätten viele ihrer Patienten Gesundung erlebt, auch Diabetiker, die jetzt ganz ohne Insulinspritze auskämen. 
Ich hatte ihr meine Befunde der Gentests, schon 2002 gemacht, gezeigt. Einer davon wies SOD-2-Polymorphismus nach, und bald nach dem Gespräch mit der Ärztin habe ich einen Fachbericht dazu gefunden. Darin werden ausdrücklich häufige kleine Mahlzeiten empfohlen, da andernfalls die Nervenzellen durch Energiemangel Schaden nehmen. Was also ist richtig?
Nun haben wir aber einen Magen, der die aufgenommene Nahrung portionsweise abgibt. Enthält diese Fett, soll es lt. Wikipedia 5-8 Stunden dauernd, bis er damit fertig ist. Isst man also Kohlenhydrate zusammen mit Fett, so wird alles über 5 Stunden verteilt dem Körper zugeführt. Warum sollte dabei das Insulin absinken? Und warum sollte Energiemangel auftreten? Außer man isst nur Kohlenhydrate, dann könnte der Magen nach 2 Stunden leer sein. Dann entsteht aber auch kein Durcheinander, denn unser Körper ist ja keine Waschmaschine, in der alles durcheinandergewirbelt wird, sondern im Idealfall ein Einbahnsystem.
Jeder zieht offenbar Schlussfolgerungen aus Beobachtungen, und was für einen selbst passt, kann man nur ausprobieren.

Zu diesem Polymorphismus:
Ich habe das relative Glück, dass bei mir nur ein Allel des Gens mutiert ist und nicht korrekte Superoxid-Dismutase-2 herstellt, während das andere "funktioniert". Mit dieser Mutation soll der Transport des Enzyms in die Mitochondrien behindert sein, d.h. es kommt nicht dort an wo es benötigt wird, und die bei der Atmung der Mitochondrien entstehenden Sauerstoffradikale werden nicht unschädlich gemacht, sie wirken gleich an Ort und Stelle zerstörend auf die Mitochondrien, verbinden sich außerdem  noch mit anderen Molekülen zu weiteren schädlichen Radikalen.
Auf dem seinerzeitigen Befund stand zwar, dass Sauerstoffradikale beim ATP-Stoffwechsel in den Mitochondrien besonders bei Sport nicht ausreichend abgebaut werden können (und auch, dass ein erhöhtes Risiko zu Diabetes mellitus besteht), doch konnte ich mir darunter wenig vorstellen. Leider habe ich es auch verabsäumt, mich (später) näher zu informieren. Wozu habe ich denn Internet, warum habe ich mich dazu verleiten lassen an eine wundersame Heilung durch Auflösung von Blockaden psychischer Natur oder durch aus früheren Leben mitgebrachten Energiemustern so sehr zu glauben, dass ich meinen Gentestbefund total in den Hintergrund meines Bewusstseins drängte?! War es nicht zu erwarten, dass die Wissenschaft Fortschritte macht? Zumindest schon ein paar Jahre lang ist Nitrostress in gewissen Kreisen bekannt, schreiben Menschen in Foren über ihre Erfahrungen damit. Und ich habe das schlicht und einfach verpasst und mich an falscher Stelle abgemüht .. .. 
Und jetzt, nachdem ich einiges gründlich falsch gemacht habe, stehe ich mit folgenden Erkenntnissen da:
Zwischen 20 und 40 % geschädigter Mitochondrien-Genkopien ist geringere Leistungsfähigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis und eingeschränkte kognitiv-mentale Leistungsfähigkeit zu bemerken, ab 60 % bekommt man es mit Chronischem Erschöpfungssyndrom und/oder Fibromyalgie und/oder Vielfacher Chemikalienunverträglichkeit zu tun. Bei allen drei "Diagnosen" finde ich Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und eine Vielzahl ähnlicher Symptome, wie Reizblase, Reizdarm, Infektanfälligkeit, nicht erholsamer Schlaf, Wortfindungsstörungen, allgemeine Reizbarkeit und Überempfindlichkeit .. ..  (also praktisch alle meine Probleme - und ich habe einen ATP-Wert von knapp über 40 % des minimalen Referenzwerts!)   .. ..  und dass man angeblich nicht weiß, woher es kommt.
Eines Tages wird da Mitochondropathie als Ursache stehen, die wiederum neben dem fehlerhaften Gen hervorgerufen bzw. gefördert wird durch diverse Belastungen, wie durch zu intensive körperliche Anstrengung, Viren und Bakterien (auch Impfungen!), Stress, gewisse Medikamente (ganz besonders Antibiotika!), Schwermetalle, Rauschgifte, Lösungsmittel, HWS-Traumata, u.s.w.
Und die heutige (durch Unwissen und Nicht-Anerkennung gewisser Tests bzw. Forschungsergebnisse) langwierige und schwierige Diagnose mittels Ausschlussverfahren, wird sich dann ganz leicht mit einem Harn- und ev. einem Bluttest (siehe oben) gestalten.

Jetzt ist klar, warum ich mich im Fitnesscenter ganz und gar nicht wohl fühlte und nachher nur erschöpft war - nach 10 Versuchsterminen brach ich ab und ließ mir nicht einreden, dass ich meine Leistung schon gesteigert hätte. 
Und wie war das mit dem Psychotherapeuten, der behauptete, dass es nur Angst sei, die mich an diesem und jenem hindere, und ich müsse bloß so tun als hätte ich ausreichend Energie, dann wäre sie auch da  .. .. was für ein Glück, dass ich mich nicht in der Lage fühlte seinen Forderungen nachzukommen, mich nicht von meinem Mann trennte und auch diverse andere Experimente nicht wagte! 
Und es wundert mich auch nicht mehr, dass es nicht gelingen wollte, "sich freuen" zu lernen, ja, dass das Gefühl der Freude nach und nach immer mehr abhanden kam. Es kann ganz leicht damit erklärt werden, dass mein Gehirn die dafür notwendigen Botenstoffe nicht mehr herstellen konnte bzw. diese zerstört wurden.
Das anstrengende Rückenturnen viele Jahre zuvor, das mir den Ausbruch des Epstein-Barr-Virus bescherte, mit einer Reihe anschließender Beschwerden, die zur Gallenblasenoperation führten, gleich ein Haufen Sargnägel auf einmal, allerdings zu einer Zeit, in der ich den Gentestbefund noch nicht hatte. Aber ich hatte dieses Turnen nicht machen wollen, war nur hingegangen, weil ein Masseur Druck auf mich ausübte, und weil ich, da es mir gerade nicht so übermäßig schlecht ging, keine gute "Ausrede" hatte - so kommt es, wenn man nicht auf sich selbst hört.

In der Publikation über den SOD-2-Polymorphismus heißt es auch, dass schon grelles Licht, Lärm, längere Telefonate, Verwandtenbesuche und ganz besonders Konfliktsituationen zu Erschöpfung und Konfusion führen können. Jetzt verstehe ich meine Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen, Geräuschen und div. Fernsehfilmen, ich sehe darin auch den Grund darin, dass ich ein derart empfindsames Kind war, das so leicht zu erziehen war, weil es nicht mal den Ausdruck der Missbilligung auf dem Gesicht des Vaters ertragen konnte. Die Suche mittels "Hypnose" nach einem ganz schlimmen Trauma in der Kindheit blieb wohl nicht deshalb erfolglos, weil dieses so schlimm war, dass ich es nicht verkraften würde (wie der Therapeut meinte), sondern weil es dieses gar nicht gab. 

Nun musste ich also sehen, wie ich mit der Situation zurecht kam, und das kam ich eigentlich gar nicht. Ich versuchte die empfohlene Ernährung so gut wie möglich einzuhalten, d.h. so viel Fett und Eiweiß zu essen wie möglich, an Kohlenhydraten gab es nur Gemüse und Roggenbrot. Ich war nach dem Essen nicht satt, aber meist müde, vor allem wenn ich mir den Bauch mit Gemüse vollgestopft hatte, damit es möglichst lange anhielt. Eine Behandlung gegen Candida verschlimmerte die Situation noch, und nachher war es auch nicht besser geworden dadurch.  Es musste da noch etwas sein, und so entdeckte ich mit einem ausgeborgten Messgerät die von einem Radar ausgesandten hochfrequenten elektromagnetischen Wellen. Eine Wirkung dieser Belastung ist die Erhöhung von oxydativem Stress - für Menschen mit "meinem" Gendefekt der absolute Hammer!

Die Ernährung mit ziemlich viel Ei, Geflügel, Fisch und Schaf- bzw. Ziegenkäse behielt ich bei, im Glauben das Richtige für meinen Stoffwechsel zu tun, und es schien auch so zu sein. Bis im Sommer 2012 die Leber deutlich signalisierte, dass es ihr reichte. Also neue Informationen eingeholt, und erfahren, dass tierisches Eiweiß für die Verdauung bzw. die Leber gar nicht gut sein soll. Die sich daraus ergebende Situation: kein tierisches Eiweiß wegen der Leber, wenig Fett wegen Fehlen der Gallenblase, wenig Kohlenhydrate und keine mehrfach-ungesättigten Fettsäuren wegen der SOD-2-Problematik, pflanzliches Eiweiß wäre gut, aber Hülsenfrüchte verursachen Blähungen und überfordern den Darm - egal was ich esse, es kann nur falsch sein.

Stand September 2012 

 

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